Akutschmerzpraxis
durch FDM – Fasziendistorsionsmodel (nach Stephen Typaldos)
FDM wurde von Stephen Typaldos entwickelt. Er war auf der Suche nach einer effektiven Behandlungsmethode um verschiedenste akute Schmerzzustände schnell behandeln zu können. Vom bekannten Hexenschuss, Kopfschmerzen, über den Tennisarm, Fersensporn bis zum verstauchten Knöchel, Sportverletzungen und vielem mehr.
In vielen Fällen bereiten die Weichteile (Faszien, Muskeln, Bänder, Sehnen und vor allem Sehnenansätze) mehr Schmerzen als die Gelenke selbst. Eine Behandlung dieser Strukturen ist nicht immer schmerzfrei, aber häufig mit einer sofortigen Wirkung und Besserung der Beschwerden verbunden. In nicht wenigen Fällen sind chirurgische Eingriffe nicht das letzte Mittel der Wahl.
Ein großer Teil unserer Patienten erscheint mit akuten Schmerzzuständen in unserer Praxis, teils nach einem Arztbesuch, meist aber vorher. Ebenso finden sich Patienten ein, denen eine operative Maßnahme empfohlen wurde. Auch in diesen Fällen ist zum Teil eine nichtoperative Behandlung möglich.
Auch wenn z.B. nach einem Trauma durch bildgebende Verfahren ein Bänderriss oder -anriss festgestellt wird, besteht die Möglichkeit, das dieser auch schon vor dem Trauma vorhanden war und somit für die Schmerzen unerheblich ist – dieses zeigen viele Fälle aus der Praxis. Auch findet sich oft die Äußerung: „Ich habe Verschleiß, mit den Beschwerden muss ich leben.“ – Wenn Verschleiß immer schmerzt, warum finden sich nicht bei allen älteren Menschen Schmerzen? Wieviele ältere Menschen kennen Sie, die aufgrund ihrer Schmerzen medikamentös therapiert werden müssen? Ich kenne nicht viele...
Unser Ziel ist eine schnelle effektive Schmerzbehandlung. Sie sollen durch die Behandlung innerhalb kürzester Zeit eine Schmerzfreiheit oder Linderung erhalten.
Ein guter Kollege sagte einmal: „Krankheit ist die Unfähigkeit des Körpers weiter zu Kompensieren“ – Das erklärt eine Schmerzsymptomatik sehr gut, denn der Körper ist ein Meister der Kompensation. Ist die Kompensationsfähigkeit an ihrer Leistungsgrenze, reagiert der Körper mit Schmerz.
Liebe Besucher und Leser dieser Homepage, egal was Ihnen Beschwerden macht, egal was Ihnen für eine Gesundung geraten wird – hinterfragen Sie immer alles! Lassen Sie sich Ihre Beschwerden von Ihrem Therapeuten, Behandler, Heilpraktiker oder Arzt erklären. Lassen Sie sich über die weitere Therapie und die Behandlung und über die Erfolgsaussichten aufklären und suchen Sie zusätzlich im Internet oder Büchern nach möglichen Alternativen. Holen Sie sich vor OP’s eine zweite Meinung – nehmen Sie nicht alles hin!
Der Begründer der Osteopathie – Dr. Andrew Taylor Still (1828-1917) – erkannte, dass Störungen und schmerzhafte Beschwerden von Muskeln und Organen häufig durch Blockaden der Wirbelgelenke ausgelöst werden. Bei Krankheiten dachte Dr. Still zuerst an die Knochen und ihre Komprimierende Krafteinwirkung. Er sah den Knochen als einen Ausgangspunkt krankheitserregender Probleme. Daher der Ursprung der leicht missverständlichen Verbindung von „Osteon“ (=Knochen) und „Pathos“ (=Leiden) als Osteopathie.
Erst später sah Dr. Still ein, dass nicht nur Knochen, sondern auch das Verbindungsgewebe zwischen Organen, Muskeln, Sehnen und Bändern durch eingeschränkte Beweglichkeit für Dysfunktionen sorgen kann..
Durch gezielte Mobilisation und Reponierung dieser gestörten Teilbereiche konnte er seinen Patienten große Linderung bzw. Heilung verschaffen. Diese Behandlungstechnik der Wirbelsäule findet heute in Form von parietaler (struktureller) Osteopathie, manueller Therapie und Chiropraktik (Manipulationen) ihre Anwendung. Die Osteopathie ist also ein Behandlungssystem sanfter manueller Techniken, das sich zur Untersuchung und Therapie der Hände bedient, wobei das Individuum in seiner Ganzheit erfasst und respektiert wird.
Dr. Still erklärte sich seine Behandlungserfolge folgendermaßen: Der Körper besteht aus mehreren Einzelsystemen, die in sich selbst und miteinander Harmonieren müssen. Ist diese Harmonie gestört, so muss der Körper, um weiter existieren zu können, die gestörte Stelle/Funktion schützen und sich mit einem Ersatzmechanismus weiterhelfen. Ob ein Mensch sich gut fühlt und gesund beleibt, hängt vom Gleichgewicht zwischen diesen Einzelsystemen ab!
Die Säulen der Osteopathie
1. Parietale/strukturelle Osteopathie
Der Körper des Menschen beinhaltet über 200 Knochen und über 700 Muskeln! Das parietale System umfasst den gesamten Bewegungsapparat und wird durch die Muskulatur, Bänder und Kapseln gleichzeitig in Bewegung gesetzt und zusammengehalten. Bewegungsstörungen im knöchernen Bereich, z.B. der Wirbelsäule, beeinflussen nicht nur das Muskel- und Fasziensystem, auch das Nervensystem leidet darunter und die Nerven werden an ihrem reibungslosen Zusammenspiel gehindert. Die daraus resultierenden Folgen betreffen immer den ganzen Körper! Oft entstehen Schonhaltungen, die zu Veränderungen in der Körperstatik führen und dann erneute Beschwerden auslösen können. Der Osteopath diagnostiziert vorhandene Verspannungen und Gelenkblockaden am gesamten Bewegungsapparat, er löst und entspannt diese sehr gezielt. Dadurch wird der Körper befähigt, lang eingehaltene Schonhaltungen wieder zu verlassen. Es kommt zu einer Verbesserung der Durchblutung und der Haltung. Typische Anwendungsbereiche sind z.B.: Wirbelsäulenbeschwerden, Bandscheibenprobleme, Gelenkbeschwerden, ...
2. Fasziale Osteopathie
Alle Strukturen unseres Körpers (Muskeln, Sehnen, Bänder, Gefäße, Nerven, Organe und Knochen) sind von bindegewebigen Häuten, den Faszien, umhüllt.
Diese Faszien stehen alle miteinander in Verbindung. Man kann sich dabei ein in sich bewegliches Röhrensystem vorstellen. Über diese Faszien können Spannungen auf weit entfernt liegende Stellen des Körpers übertragen werden. So müssen sich Probleme nicht zwangsläufig dort äußern, wo sie entstanden sind!
Da unsere Körperbewegungen nur von Muskelketten ausgeführt werden und nicht von einzelnen Muskeln, wird es verständlich, dass z.B. ein Problem im Knie sich auf den Nacken auswirken, oder dass ein Beckenschiefstand eventuell Kopfschmerzen verursachen kann.
Durch das Wiedererlangen einer besseren Durchblutung und Gleitfähigkeit des Bindegewebes wird die Gesamtbeweglichkeit und das Wohlbefinden verbessert.
Typische Anwendungsbereiche sind z.B.: Fibromyalgie, Tennisellenbogen, Durchblutungsstörungen,...
3. Viscerale Osteopathie
Organe (Herz, Lunge, Magen, Darm, Blase, Niere, ...) sind wie Muskeln ebenfalls durch Bindegewebe miteinander verbunden. Diese Organhüllen dienen als Aufhänge- und Stützsystem und bilden Brücken zwischen Organen, Knochen und Muskeln. Veränderungen an einem Organ durch Narben, Organsenkungen, Verklebungen, Entzündungen oder Stauungen führen zu einer Spannungserhöhung der Organhülle. In dieser Organhülle verlaufen aber die Gefäßsysteme und Nerven des Organs. Spannungen in dieser Organhülle können so diese Gefäße und Nerven abdrücken und dadurch Funktionsstörungen des Organs auslösen. Das Ziel der osteopathischen Behandlung ist es, ursächliche Krankheitsfaktoren aufzulösen oder abzuschwächen und die freie Beweglichkeit der Organhülle wieder herzustellen. Der Osteopath behandelt also nicht das Organ selbst, sondern dessen Aufhängung und Hülle und damit die Blut- und Nervenversorgung.
Typische Anwendungsbereiche sind z.B.: Verwachsunden nach Bauch- und Thoraxoperationen, Verdauungsstörungen, Sodbrennen, ...
4. Cranio-Sacrale Osteopathie
Die Knochen des Schädels stehen über die Hirnhäute und die Rückenmarkshäute mit dem Kreutzbein in Verbindung. Die ganze Blutversorgung des Gehirns und auch die Gehirnflüssigkeit läuft in Gefäßen, die durch diese Häute gebildet werden. Dabei verlassen diese Gefäße den Schädel durch kleine Schädelöffnungen. Spannungen die auf die Schädelknochen, z.B. durch verspannte Nacken- und Kaumuskulatur, können diese Schädelöffnungen abdrücken und für Durchblutungsstörungen im Schädel- und Hirnbereich sorgen. Auch die Hirnnerven laufen durch diese Hirnhäute und können im Ernstfall abgedrückt werden. Die Schädelknochen und die Schädelnähte funktionieren sozusagen wie „Dehnfugen“ und benötigen eine gewisse Elastizität. Bei der Behandlung werden die Schädelknochen vom Osteopathen sanft modelliert. Auch hier ist eine Verbesserung des Stoffwechsels ein wichtiges Ziel. Die Cranio-Sacrale Osteopathie wirkt auf den gesamten Körper ausgleichend und entspannend.
Typische Anwendungsbereiche sind z.B.: Migräne, Heiserkeit, Hörsturz, Ohrgeräusche (Tinitus), Schwindel, chronische Nebenhöhlenbeschwerden, Mittelohrprobleme, Lernstörungen, Schreibabys, Hyperaktivität, ...
Die Körpersysteme
1. Das parietale System
Es beinhaltet die Gelenke als Verbindungsstelen für die Mobilität, die dazugehörigen Knochen für die Statik und die Muskeln und Bänder für die Dynamik.
2. Das fasziale System
Faszien bilden Gewebehüllen für Muskulatur, Organe, Gefäße und Nerven. Auf der einen Seite verbinden die Faszien alle Systeme miteinander und sorgen dadurch für ein Zusammenhalten, andererseits bilden sie ein Übertragungssystem für alle Kräfte, die auf den Körper einwirken.
3. Das viszerale System
Hierunter versteht man alle Organe (wie z.B. Leber, Magen, Darm, Blase, ...), Gehirn und Rückenmark.
4. Das Cranio-Sacrale System
Es bildet über die Hirn- und Rückenmarkshäute eine enge Verbindung zwischen Schädel, Wirbelsäule, Kreutzbein und allen nervalen Strukturen.
5. Verschiedene Transport-, Informations- und Abwehrsysteme
Um zu funktionieren, benötigt der Körper aber auch noch andere Systeme, wie z.B. das Lymphsystem (Flüssigkeitstransport), das endokrine System (Botenstoffe mit wichtigen Befehlen), das immunologische System (Fremdkörperabwehr mit spezialisierten Abwehrzellen) und die Psyche. Der Körper ist in kontinuierlichem Bestreben, zu entgiften und auszuscheiden, so dass er selbst bei langer Fehlernährung noch erstaunlich gut funktionieren kann.
Osteopathie in der Praxis:
Um einen Eindruck zu verschaffen, wie diese Systeme untereinander verknüpft sind und miteinander arbeiten bietet sich folgendes Beispiel aus der Praxis an:
Schmerzen in der zwischen den Schulterblättern und Kopfschmerzen - evt. seit Jahren, außerdem immer wieder Schmerzen in der linken Schulter. Aus ärztlicher Sicht finden sich keine Auffälligkeiten, Behandlungen hatten bisher nur einen zeitlich begrenzten Erfolg, die Beschwerden kehren immer wieder zurück.
Aus osteopathische Sicht werden die Beschwerden folgendermaßen betrachtet:
Schmerzen zwischen den Schulterblättern können eine lokale Ursache, begründet in Blockaden zwischen den einzelnen Wirbelkörpern, haben. Sie können aber auch ein Hinweis auf Bewegungseinschränkungen einzelner Organe sein, die aus diesem Bereich über Nerven versorgt werden. Organe haben schlechtere Schmerzwahrnehmung als Gelenke, daher registriert der Körper nur Probleme auf der Ebene, wo diese Informationen eintreffen. Als Schutzreaktion werden viele Muskeln in diesem Bereich angespannt um weiteren Schaden - durch Ruhigstellung - zu verhindern. Finden sich dann noch Schmerzen im Bereich der linken Schulter und Kopfschmerzen links, denkt ein Osteopath bereits an Probleme die von Organen verursacht werden. In diesem Fall kommt der Magen in betracht, denn der Magen wird aus Höhe des 6. Brustwirbelkörpers über einen Nerven versorgt. Alle Organe besitzen außerdem eine Hülle, die von Nerven aus der Halswirbelsäule (3.-5. Halswirbelkörper) versorgt wird. Beim Magen findet dieses auf der linken Seite statt. Die Schmerzen in der linken Schulter können ihre Ursache problemlos in diesem Bereich haben, ebenso Kopfschmerzen auf der linken Seite.
Letztendlich denkt der Osteopath also an den Magen als ursächliches Problem der Beschwerden.
Die Osteopathie bildet eine Brücke zwischen der Schulmedizin in ihrer Gesamtheit und den alternativen Heilmethoden wie z.B. der Akupunktur oder der klassischen Homöopathie.
Der Osteopath sieht sich nicht als Konkurrent zur Schulmedizin, sondern versucht diese zu ergänzen.
Während eines langen, berufsbegleitenden Studiums (5-7 Jahre, 1500 Unterrichtssunden mit Jahresprüfungen und einer internationalen Abschlussprüfung), vertieft der Osteopath seine therapeutischen Fähigkeiten.
Hierbei stützt er sich auf ein fundiertes, schulmedizinisches Wissen über die Anatomie und Physiologie des Körpers, sowie den praktischen Behandlungsmethoden.